Einmal alles bitte
Mein Haufen an täglich zu verzehrenden Tabletten wächst auch immer weiter an:

alles bähh♪: Broken Social Scene - Lover's Spit

alles bähh
zzzhhhhhh
vor der WM eine Super8-Kamera in die Hände gedrückt, mit dem Auftrag seine Erlebnisse festzuhalten. Das hört sich jetzt nach einer französischen Variante des Sommermärchens gefilmt aus der Schweini-Cam-Perspektive an. Der Film ist aber weit mehr als das, Vikash wurde nämlich kurz vor der WM zum Ersatzspieler und verbringt in den vier Wochen nur 16 Minuten auf dem Platz. Seine Stimmung sinkt von Tag zu Tag, er fühlt sich vom Trainer im Stich gelassen, von Teilen der Mannschaft verraten. Der Regisseur, der mit einer zweiten Super8-Kamera ebenfalls filmt, scheint während dieser Wochen der einzige Mann mit dem er sich austauschen kann. Im Gegensatz zum Trallala das in Wortmanns Sommermärchen herrscht, sieht man hier einen Spieler, der die lange WM-Zeit damit verbringt über sich nachzudenken. Einziges Manko sind die verwackelten, unscharfen Bilder der Super8-Kamera.
Sachen sind gepackt, ab nach Hause
"Ich hab kein Auto also, wofür bräuchte ich nen Führerschein" hab ich mir gesagt, als mir mein Geldbeutel geklaut wurde. Das ist inzwischen über 8 Monate her und seitdem beweg ich mich glaub ich in ner Grauzone wenn ich mich hinters Steuer von Mamas Auto setze.
Vor ein paar Wochen hab ich schon mal den Versuch unternommen das neue Plastikkärtchen zu beantragen. Nach einer Stunde Warten ohne daß sich der Zähler der Warteschlange merklich erhöht hätte und einer nahenden Vorlesung hab ichs dann aufgegeben.
Heute sollte das anders werden. Deswegen hab ich mich mit grenzenloser Freizeit, einem Tupper mit Broten und einer Kanne Rooibostee ausgestattet. Als ich ankam war der Raum fast leer und nach ner halben Stunde und einer Tasse Tee leuchtete die 775 und ich war dran. Nachdem ich der Dame erklärt hab, daß ich meine Brille nur gelegentlich aufhab wenn ich im Kino bin darf ich jetzt, obwohl sowohl das Bild auf meinem Perso als auch das auf meinem neuen Führerschein auf anderes schließen lassen, ohne fahren. Und in drei Wochen ists dann so weit.
Da sich durch diesen unerwartet kurzen Besuch auf einmal ein rießiges Zeitloch auftat bin ich gleich weiter in die Potsdamer Platz Arcaden. Befürchtet hatte ich einen großen Pulk von Menschen die sich bei fürchterlicher Weihnachtsdudelei zwischen Kleidungsständern durchzwängen. Und wieder war ich überrascht: es war fast leer und seltsamerweise wurde ich weder mit Sarah Connor noch mit anderem hitverdächtigem gequält. Im H&M lief sogar Blues.
Irgendetwas hat da heut nicht gestimmt, aber wenn die Vorweihnachtszeit immer so wäre, könnte ich mich damit anfreunden.
Gesucht hatte ich übrigens neue Schuhe und einen Wintermantel. Gefunden hab ich ein Hemd, eine Jeans und ein unglaublich tolles Sakko. Auch schön
♪: Tele - Falschrum
Ich kriegs irgendwie nicht auf die Reihe regelmäßig Beiträge zu schreiben. Ne Zeit lang dachte ich, daß nach einem Jahr bloggen der Reiz nachgelassen hat. Inzwischen glaub ich, daß es eher daran liegt, daß ich keine großartige Lust hab jeden Tag depressive Berichte über mich und meine gebeutelte Gesundheit abzuliefern.
Vielleicht ist gerade das Brachliegen meines Blog daran Schuld, daß ich in letzter Zeit immer schlechter einschlafen kann. Den Tag abends revue passieren zu lassen und dann "zu Papier" bringen scheint mir früher geholfen zu haben. Im Moment geistert mir das alles erst durch den Kopf sobald das Licht aus ist. So gings mir auch diese Nacht wieder, nur etwas extremer: um 1:30 das Buch weggelegt und Licht aus, dann wirre Gedanken bis 5:30. Zumindest hatte das den Vorteil, daß ich mal wieder mit meinen Eltern frühstücken konnte.
Vor zwei Wochen hab ich mich nämlich mal wieder nach Franken zurückgezogen. Anfang November fing mein Darm, der sich seit Jahren durch Laktoseintoleranz und Fruktosemalabsorption quälen läßt, an noch unangenehmere Sachen zu machen als er das eh schon tat. Darauf erklärte mir mein Berliner Arzt nach der Voruntersuchung, daß ich um eine Koloskopie jetzt wohl nicht mehr rumkomme. Während er mir dann die Prozedur erklärte brach auf einmal mein Kreislauf zusammen: erst Schwindel, dann Übelkeit, als ich dann auch noch kaum mehr was sehen konnte entschloß sich der Arzt mich erst mal auf ne Liege zu legen. Verdammt unangenehm, wenn man merkt, daß man auf einmal absolut keine Kontrolle mehr über seinen Körper hat. Nach der Blutabnahme für den Gerinnungstest kam neben dem Gerinnungsfaktor noch raus, daß sich mein Blutzuckerspiegel bei 45 befindet. Normal wären 100. Laut meinem Arzt läßt sich dadurch wohl auch mein Zusammenbruch erklären. Da ich aber keinen Zucker essen kann wird sich daran wohl leider demnächst nichts ändern.
Seit Jahren halt ich mich exakt an das unglaublich eingeschränkte Angebot an Getränken und Nahrungsmitteln mit denen mein Körper keine Probleme hat, trotzdem gehts mir, von kurzen Erholungsphasen abgesehen, von Monat zu Monat immer nur schlechter. Und jetzt noch die Probleme mit dem Zucker. Mir war das alles dann irgendwie zu viel. Hab mir abends ne Flasche Wein geholt und bin zu meiner alten WG gefahren um dort mit viel Alkohol, Zigaretten und Selbstgedrehtem meine Probleme zu ertränken. Und das hat erstaunlich gut funktioniert. Am nächsten Tag verfolgte mich ein kleiner Kater bis in die Uni aber dafür schien die Sonne.
Die Bahn war also frei für meine Darmspiegelung. Als Vorbereitung mußte ich 6 Päckchen in jeweils 0,5l Wasser auflösen und das ganze und weitere 2l innerhalb von fünf Stunden trinken. Mit der Menge hätte ich nicht unbedingt ein Problem gehabt, wenn das Zeug nicht so unglaublich widerlich geschmeckt hätte. Nach dem vierten Päckchen wurde mir schon beim Gedanken an den nächsten Schluck kotzübel und ich beschloß, daß mein Darm nun genug gereinigt ist. Von der Untersuchung selbst hab ich nach der Spritze zum Glück nichts mitgekriegt. Leider war das Ergebnis nicht wirklich das was ich mir erhofft hatte. Der Arzt meinte, daß er kaum was gesehen hätte weil mein Darm voller Blut war und er die Untersuchung deshalb ziemlich früh abbrechen mußte. Die nächsten Tage gings mir dann noch dreckiger als davor. Und ich hatte nicht das Gefühlt, daß es besser werden würde. Nachdem ich 5 Tage auf der Couch anstatt in der Uni verbracht hatte entschloß ich zu meinen Eltern zu fahren und dort nochmal zum Arzt zu gehen.
Mein Vater organisierte einen Termin beim Internisten im Stadtkrankenhaus der sich auf Grund des Befunds aus Berlin gleich für eine weitere Darmspiegelung entschied. Beim Gedanken daran diese ganze Scheiße nochmal durchzumachen steuerte meine Stimmung neue Rekordtiefe an. Die Woche verbrachte ich genau wie die letzte: schlafen, die wenigen guten Sendungen im Fernseh suchen und unglaublich viel lesen.
Diesmal bekam ich zur Vorbereitung gleich 300ml flüssiges Abführmittel mit nach Hause und dazu die bekannten Beutel, diesmal aber nur 2. Und wieder mal hieß es, einen Tag nichts essen außer Suppe und danach die Leckereien vom Arzt. Ich stand über eine Stunde vor dem Glas mit dem aufgelösten Pulver in der Hoffnung es würde vielleicht verschwinden, bevor ich mich dann doch überwinden konnte den ersten Schluck zu nehmen.
Zur Untersuchung gabs wieder ne Spritze, ich merkte noch, wie mir was kaltes den Arm hochfloß, über den Hals Richtung Kopf, ein seltsamer Geschmack im Mund und dann war ich weg. Angeblich soll man davon 2h schlafen. Als ich nach 45min aufgewacht bin und nach längerem Warten immer noch niemand da war entschloß ich mich mal meine Mutter anzurufen. Ich kann mich noch erinnern, daß gelegentlich Schwestern reinkamen, ich mich irgendwann auf die Liege gesetzt hab, meine Mutter kam, der Arzt erzählt noch kurz was zur Untersuchung. Irgendwelche Zeitfetzen bei denen mir die Übergänge fehlen. Selbst als ich wieder zu Hause auf dem Sofa lag und die Handwerker reinkamen um das Fenster neben mir auszuwechseln, weiß ich noch wie sie den Rahmen geöffnet haben, mit Saugpfropfen die Scheibe rausgenahmen und ab da fehlt mir die Erinnerung. Ganz heftiges Zeug was einem die Leute im Krankenhaus da durch die Venen jagen.
Ich krieg jetzt Medikamente für 340€. Was ich genau hab wird mir morgen mein Arzt sagen. Es geht aber wohl stark in die Richtung chronisch entzündeter Darm. In 4 Wochen soll das weg sein, mit der Uni wirds damit in dem Semester wohl leider nichts mehr, aber zumindest hab ich jetzt wieder ne gesundheitliche Perspektive.
Bis dahin werd ich mich erst mal über die positiven Folgen der Klimaerwärmung freuen. Und wer weiß, vielleicht blühen an Weihnachten schon die ersten Krokose und es hat angenehme 20°C.
Damit sollte ich hoffentlich in den nächsten Tagen besser schlafen.
7:00 Zeit fürs Bett
♪: Badly Drawn Boy - Summertime in wintertime